KI-Erfahrungsaustausch · 26. Juni 2026

Bestehende Software mit KI verbinden. Über die richtige Schnittstelle, KI als Baustein.

Der Kurzvortrag von Susann Schuh – mit Kurzzusammenfassung und allen Vertiefungen zum Nachlesen.

Referentin

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Susann Schuh, Geschäftsführerin Leonova GmbH

Susann Schuh

Geschäftsführerin · Leonova GmbH

Adresse Längistrasse 37 · 9248 Bichwil

Eine Frage vorweg

Wo drückt bei Ihnen der Schuh?

Welche Aufgabe kostet Sie jeden Monat am meisten Zeit oder Nerven? Schildern Sie uns Ihren Engpass – wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung, ob und wie sich das lösen lässt.

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Worum es geht

Der Vortrag in Kürze

Am monatlichen Reporting eines Handels-KMU zeigt der Vortrag, wie sich bestehende Software über die richtige Schnittstelle mit KI verbinden lässt.

Vom mühsamen Zusammensuchen der Zahlen von Hand – rund 17–28 Stunden pro Monat – hin zum Dashboard, das sich selbst aufbaut und von der KI kommentieren lässt. Datenschutzkonform in einer Swiss Private Cloud. Die Grundregel dahinter: erst den Prozess verstehen und verbessern, dann automatisieren.

Was Sie mitnehmen

1 Geschäftsfall Reporting & Vorgehen 2 Was ist eine Schnittstelle? 3 Bestehende Systeme nutzen 4 Wo KI andockt: n8n & Co. 5 Ein Cockpit – viele Quellen

17–28 h

Aufwand pro Monat – so viel kostet das Reporting heute von Hand.

1–3 h

neu mit n8n und KI – rund 80–95 % weniger Aufwand, nur noch prüfen und entscheiden.

100 %

Datenverarbeitung in der Schweiz – Swiss Private Cloud, DSG-konform.

Zum Mitnehmen

Die Folien zum Vortrag

Die komplette Präsentation – hier direkt zum Durchblättern.

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Deep Dive 01

KI-Agenten & Datenschutz: welche Daten gehören wohin?

Nicht die KI ist das Problem – sondern der Moment, in dem sensible Daten den kontrollierten Raum verlassen.

Ein Chatbot verarbeitet meist einen einzelnen Input. Ein KI-Agent holt, kombiniert und bereitet Aktionen selbstständig vor – über ERP, E-Mail, SharePoint und mehr. Faustregel: Je mehr Systeme ein Agent lesen oder schreiben darf, desto eher ist er eine sicherheitskritische Schnittstelle.

«Wir trainieren nicht mit Ihren Daten» ist relevant – beantwortet aber nicht, wo Daten verarbeitet, gespeichert, geloggt und zugänglich werden, und in welchem Rechtsraum. Und oft sind es nicht nur Ihre Daten: Rechnungen, Bestellungen und Mahnungen enthalten anvertraute Daten von Kunden und Lieferanten – dafür sind Sie mitverantwortlich.

Grün – unkritisch

  • Öffentliche Informationen
  • Synthetische Beispiele
  • Textentwürfe ohne Kundendaten
  • Ideen und Strukturierung

Gelb – kontrolliert möglich

  • Interne Dokumente mit Prüfung
  • Pseudonymisierte Daten
  • Mit Vertrag (DPA / Auftragsverarbeitung)
  • Mit Logging und Freigabe

Rot – nicht in öffentliche LLMs

  • HR-, Lohn- und Finanzdaten
  • Kundendossiers, Bestellungen, Verträge
  • Bankdaten, Mahnungen, Preise
  • Geschäftsgeheimnisse

Prinzip: erst den Prozess definieren → Daten begrenzen → KI gezielt andocken → Freigabe vor jeder Aktion.

Diskussionsrahmen, keine Rechtsberatung. Quellen: EDÖB zu KI/DSG, Cloud-Computing und Swiss-U.S. Data Privacy Framework.

Deep Dive 02

Was ist eine Schnittstelle? Einfach erklärt

Stellen Sie sich Ihre Geschäftssoftware als Gebäude vor.

Im Lager liegen die Daten – Kunden, Artikel, Belege – ordentlich in Tabellen. Im Büro arbeiten die Regeln: «Rechnung = Menge × Preis», MwSt 8.1 %, Zahlungsfrist 30 Tage. Die Schnittstelle ist die Tür hinein.

Normalerweise gehen Ihre Mitarbeitenden über das Frontend – die Eingabemaske – und tippen die Daten von Hand ein. Die Schnittstelle (API) führt durch dieselbe Tür in dieselben Tabellen, nur direkt und automatisch. Aber nur mit Schlüssel.

Über eine Schnittstelle lassen sich Daten – je nach Berechtigung – erstellen, lesen, ändern und löschen. Im Fachjargon heisst das CRUD (Create, Read, Update, Delete) – viel mehr Operationen braucht es nicht, um zwei Systeme zusammenarbeiten zu lassen.

Adresse der Tür

Die API-URL (der «Endpoint») – sie sagt, wohin die Daten gehen.

Schlüssel

Die Credentials (Token oder Passwort) – sie bestimmen, wer hinein darf.

Nicht jedes System hat eine offen zugängliche Tür: Manche bieten eine frei verfügbare API (A), manche nur über Vertrag oder Partner (B), manche nur Import/Export von Hand (C).

Deep Dive 03

Was sind iPaaS? Der Kreis schliesst sich

Wenn die Schnittstelle die Tür ist, dann ist iPaaS der Bote, der hindurchgeht.

iPaaS steht für «Integration Platform as a Service» – Werkzeuge, die an die API-Türen Ihrer Systeme andocken und Daten zwischen ihnen transportieren. Wie ein Lieferdienst für Daten: holt und bringt Pakete – mit Adresse und Schlüssel.

n8n Unser Fokus

Quelloffen (fair-code), selbst hostbar, volle Datenhoheit – verbindet 500+ Systeme, KI direkt im Workflow.

Zapier

Cloud, sehr viele fertige Integrationen.

Make

Cloud, visuell (ehemals Integromat) – Daten grafisch routen.

Power Automate

Microsoft-365-Welt, auch ältere Systeme ohne API (RPA).

Das Prinzip ist immer dasselbe: Adresse (API-URL) + Schlüssel (Credentials). So schliesst sich der Kreis – die Schnittstelle öffnet die Tür, das iPaaS-Werkzeug trägt die Daten hindurch. Ihre bestehenden Systeme arbeiten zusammen, ohne dass Sie etwas Neues kaufen.

Deep Dive 04

Wo HTML-Report, wo Power BI? Einfach beantwortet

Beide entstehen aus demselben Datenfluss – die Frage ist, was der Empfänger damit tun soll.

HTML- / PDF-Report

  • Ein fertiges Dokument zum Verschicken und Archivieren.
  • Für feste Empfänger: Geschäftsleitung, Beirat, Hausbank.
  • Snapshot zum Stichtag, überall lesbar, kein Tool nötig.
  • Lässt sich direkt aus dem Ablauf (z. B. n8n) erzeugen.

Power BI (Dashboard)

  • Interaktiv: selbst filtern, drillen, vergleichen.
  • Für Nutzer, die Zahlen selbst erkunden wollen.
  • Laufend aktuelle Sicht, viele Kennzahlen und Dimensionen.
  • Bauen mit Desktop gratis; Teilen im Service braucht eine Lizenz (Pro).

Was Power BI braucht – und was reicht. Zum Modellieren und Dashboard-Bauen genügt Power BI Desktop – die Windows-App ist kostenlos. Die fertige Datei (.pbix) lässt sich auf einem gemeinsamen Laufwerk sogar lizenzfrei interaktiv nutzen, allerdings ohne Rechte-Layer (wer was sehen darf). Zum Teilen und Veröffentlichen im Power-BI-Service (online im Browser, mit Berechtigungen) braucht es eine Lizenz: üblich ist Power BI Pro – Stand Mitte 2026 rund 14 USD pro Nutzer und Monat. Der KI-kommentierte HTML-Report dagegen ist eine private Anlage (kein «In Web veröffentlichen»): die Zahlen stehen fest, der Aufbau bleibt interaktiv.

Faustregel: Zum Verschicken und Ablegen → HTML/PDF. Zum Selber-Erkunden → Power BI. Oft sinnvoll: beides aus einer Quelle.

Deep Dive 05

Prozessoptimierung: von Automatisierung bis KI-Agenten

Nicht alles braucht KI. Die Kunst ist, die richtige Stufe zu wählen.

«Wer einen schlechten Ablauf automatisiert, bekommt ihn nur schneller – nicht besser.»

Darum gilt: erst den Prozess verstehen und verbessern, dann automatisieren – so einfach wie möglich, so smart wie nötig. Die Stufe nach Nutzen wählen, nicht nach Technik:

1

Regelbasiert ohne KI

Klassische Automatisierung: feste Wenn-Dann-Regeln, strukturierter Input, stabiler Ablauf ohne Deutung. Beispiel: automatisiertes Reporting.

2

KI als Baustein mit KI

Fester Ablauf, aber ein Schritt versteht Unstrukturiertes (Freitext, Bild, PDF) – klassifizieren oder auslesen. Der Rest bleibt regelbasiert und prüfbar.

3

Agentisch mit KI

Ziel rein – den Weg wählt die KI selbst: mehrere Schritte, Planung und Entscheid, wählt Tools und reagiert auf Zwischenstände. Die Freigabe bleibt beim Menschen.

Beispiel: vor- und nachgelagert mitsteuern

Die KI baut nicht nur den Bericht – sie stösst an und überwacht auch, was davor und danach passiert. So wird aus «einen Bericht bauen» ein Ablauf, der sich selbst vorbereitet und nachverfolgt. Die Freigabe bleibt beim Menschen.

Vorgelagert

Bevor der Bericht startet

  • prüft: sind alle Abschlüsse erledigt?
  • erinnert die Verantwortlichen
  • fordert fehlende Daten an
  • startet erst, wenn alles vollständig ist

Der Bericht

Der automatisierte Kern

  • Daten holen & aufbereiten
  • Power BI baut das Dashboard
  • KI-Node kommentiert die Kennzahlen
  • Export als PDF / HTML

Nachgelagert

Nach dem Bericht

  • erkennt Auffälligkeiten (Schwellenwerte)
  • löst Aufgaben aus (Ticket / Planner)
  • benachrichtigt die richtige Person
  • verfolgt offene Punkte nach

Faustregel: erst Automatisierung; KI nur, wo der Input gedeutet werden muss; ein Agent nur bei eigenständigen Mehrschritt-Entscheiden. Unser Vorgehen bleibt ein Projekt: Analysieren → Optimieren & prüfen → Bauen (Pilot) → Verankern.

Deep Dive 06

Business Cases: weitere Beispiele

Jeweils ein n8n-Workflow – manche mit, manche ohne KI. Das Muster bleibt gleich: Trigger → Systeme verketten → (KI optional) → Aktion.

After-Sales & Cross-Selling mit KI

X Tage nach dem Kauf: passende Tipps und ein Zusatzangebot per Mail.

KaufKIMail

Offert-Rückverfolgung ohne KI

Keine Antwort auf die Offerte? Automatisch nachfassen – inkl. CRM-Eintrag.

OfferteTimerNachfass-Mail

Shop → ERP ohne KI

Die Bestellung aus dem Webshop landet direkt als Auftrag im System.

Webshopn8nERP

Vertragsmanagement mit KI

Vertrag läuft aus: Die KI prüft den Markt und meldet eine günstigere Variante.

Frist nahKISparvorschlag

Fristen-Wächter (Kanzlei) mit KI

Schreiben scannen, Frist erkennen, in den Kalender – mit Eskalation.

SchreibenKIKalender

Belege verbuchen mit KI · lokal

Rechnung per Mail, automatisch ausgelesen und verbucht. Sensibel – lokales Modell sinnvoll.

E-MailKIBuchung

Lead-Routing ohne KI

Vom Web-Formular bis zur Begrüssung – über fünf Systeme hinweg.

FormularCRMAlert

Reporting aus mehreren Quellen ohne KI

ERP, Shop und E-Banking gebündelt ins Dashboard – als Monats-Mail an die GL.

Quellenn8nDashboard

Bestellung end-to-end ohne KI

Vom Webshop über Auftrag und Lagerprüfung bis Versandlabel und Tracking – über fünf Systeme.

BestellungERPVersand

Konfliktprüfer (Kanzlei) ohne KI

Neues Mandat wird mit den Gegenparteien abgeglichen – Alert bei Interessenkonflikt.

MandatAbgleichAlert

Viele dieser Beispiele brauchen nicht einmal KI – reine Verkettung bestehender Systeme. Genau das kann ein ERP allein nicht.

Häufige Fragen

Kurz gefragt

Brauche ich dafür neue Software?
Nein. Der Ansatz verbindet Ihre bestehenden Systeme – ERP, CRM, Shop, Mail – über deren Schnittstellen. Neu kommt nur die Verbindungsschicht (z. B. n8n) dazu, nicht ein weiteres grosses System.
Was kostet das?
Das hängt vom Umfang ab. Der Aufwand steckt in Einrichtung und Datenpflege, nicht in teuren KI-Add-ons. Vieles lässt sich schrittweise und als Pilot starten – Sie sehen den Nutzen, bevor Sie gross investieren.
Sind meine Daten sicher?
Ja. Die Verarbeitung läuft in einer Swiss Private Cloud (Daten bleiben in der Schweiz, DSG-konform, kein KI-Training mit Ihren Daten) oder lokal im Haus. Sensible Daten lassen sich zusätzlich pseudonymisieren.
Wie fangen wir an?
Mit einem kurzen Gespräch und einer Analyse Ihres Prozesses. Wir prüfen gemeinsam, wo der grösste Engpass ist und wo sich KI wirklich lohnt – und wo eine einfache Regel reicht.

Wo drückt der Schuh?

Uns interessiert: Ihr Engpass

Hand aufs Herz – welche Aufgabe frisst bei Ihnen jeden Monat am meisten Zeit oder Nerven? Schildern Sie sie uns. Wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung, ob und wie sich das lösen lässt. Ohne Verkaufsgespräch, innert eines Arbeitstags.

Lieber direkt? hallo@leonova.ch · +41 78 655 66 55